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Warum in die Ferne schweifen: Ein Besuch im Sphere Restaurant im Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz

  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Manchmal sind es einfache Perspektivenwechsel, die uns glücklich machen:  Das Restaurant Sphere by Tim Raue im Berliner Fernsehturm verbindet Panorama, Architekturgeschichte und Berliner Küche. Ein Besuch über den Dächern der Hauptstadt.


Sundowner im The Sphere / Foto: Jana Kaminski


 Manchmal sind es einfache Perspektivwechsel, die den größten Blick eröffnen. Das Restaurant Sphere by Tim Raue im Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz verbindet Panorama, Architekturgeschichte und Berliner Küche. Ein Besuch über den Dächern von Berlin.

Warum machen wir eigentlich Urlaub und fühlen uns danach so befreit? Vielleicht weil wir über den Dingen stehen können. Weil vieles aus einer anderen Perspektive leichter wirkt. Weil wir uns freier fühlen, wenn wir nicht mittendrin sind, sondern mit etwas Abstand auf das Ganze schauen. Doch wie lässt sich dieses Gefühl in den Alltag holen?

Manchmal braucht es keine Fernreise. Manchmal reicht ein Perspektivwechsel. Berlin hat Orte, die weltweit bekannt sind. Warum sollten wir sie als Berliner oder Zugezogene nicht selbst wieder entdecken? Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz gehört genau dazu.

Mehr als 1,2 Millionen Besucherinnen und Besucher fahren jedes Jahr hinauf und machen den Fernsehturm zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Berlin. Für viele Berliner bleibt dieser Blick trotzdem selten. Der Eintritt spielt dabei sicher eine Rolle. Doch seit Juni 2025 wartet in über 200 Metern Höhe ein Restaurant, das Berlin aus einer anderen Perspektive zeigt. Das Sphere Restaurant by Tim Raue.


Direkt dort, wo rund um den Alexanderplatz normalerweise Tram, Büroalltag und Stadtverkehr dominieren, beginnt der Weg nach oben. Zugegeben, der Eingang durch den Souvenirshop wirkt weniger elegant als das, was danach kommt. Doch bereits hier stellt sich ein Gefühl ein. Man macht etwas Besonderes.

Wir gehen weiter, mit einem Fernsehturm aus Bausteinen fürs Kind. Gleich geht es nach oben. Vorbei an holzverkleideten Wänden, ein Hauch Architektur der 1960er Jahre, die Atmosphäre eines Bauwerks aus einer anderen politischen Epoche.

Der Berliner Fernsehturm wurde zwischen 1965 und 1969 in der DDR errichtet und am 3. Oktober 1969 eröffnet. Mit 368 Metern Höhe ist er bis heute das höchste Bauwerk Deutschlands und eines der höchsten öffentlich zugänglichen Gebäude Europas. Selbst der Pariser Eiffelturm ist mit rund 330 Metern niedriger.

Der Aufzug bringt Gäste mit etwa sechs Metern pro Sekunde nach oben. Die Fahrt dauert kaum länger als 40 Sekunden. Durch die offene Decke im Fahrstuhl lässt sich beobachten, wie die Konstruktion des Turms nach unten verschwindet. Ein kurzer Moment, in dem die Höhe plötzlich sehr real wird. Wann war eigentlich der letzte Stromausfall? Und was wäre, wenn? Während die Gedanken gerade kreisen wollen, sind wir schon angekommen.



Alles in Bewegung: Kein Fernweh im Fernsehturm Turm


Über eine Treppe gehts direkt nach oben, wir haben reserviert, sonst wären wir nicht hier. In 207 Metern Höhe liegt das Restaurant Sphere by Tim Raue über dem Alexanderplatz. Wer ankommt, hält inne. Wer ankommt, staunt über die Aussicht. Kurz durchatmen, denn die Bewegung geht weiter. Das Restaurant rotiert langsam um die eigene Achse und dreht sich ein- bis zweimal pro Stunde vollständig um 360 Grad.




Ein Platz am Fenster ist unbedingt zu empfehlen. Denn sobald man Platz genommen hat und sich an die sanfte Drehbewegung gewöhnt hat, beginnt die Aussicht. Und so schleicht sich eine entspannte Gelassenheit ein. Ein Gefühl, über den Dingen zu stehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Woanders zu sein. Ein Stück Urlaub genießen zu können. Hier direkt an einem der Plätze, die der Berliner wohl er zu meiden versucht.

Doch während die untergehende Sonne Berlins Lichter abschalten lässt, reduziert sich die Stadt aus dieser Höhe auf Struktur, Linien und Lichtpunkte. Der Lärm der Stadt bleibt unten. Ruhe macht sich breit. Und das direkt am Alex. Cheers, der erste Prosecco hätte nicht passender kommen können.



Tim Raue im Fernsehturm Berlin: Berliner Klassiker statt Sterne-Küche


Kulinarisch verfolgt Küchenchef Tim Raue im Sphere ein bewusst anderes Konzept als in seinen bekannten Fine-Dining-Restaurants. Statt experimenteller Gerichte stehen Klassiker im Mittelpunkt, die an bekannte Berliner Küche erinnern, die nochmal mit Pfiff und spannenden Markenkooperationen, wie dem KaDeWe oder Florida Eis verfeinert wurde.


Der Auftakt kann so zum Beispiel mit einem Garnelen-Cocktail im KaDeWe-Stil beginnen. Serviert mit spicy Mayonnaise, Apfel, Mandarine, Kerbel, Champignons und roten Garnelen. Danach folgen Königsberger Klopse vom Kalb mit Roter Bete und Kartoffelpüree. Ein Gericht, das bewusst traditionell bleibt und damit gut zum Ort passt. Auch das Berliner Schweineschnitzel mit Paprika, Cornichons, Pilzrahmsauce und Petersilienspätzle bewegt sich eher im Bereich klassischer Wirtshausküche als in der Welt moderner Sternegastronomie.




Beim Essen bleibt begleitend vor allem eins: Das entspannte Gefühl einfach ganz woanders zu sein. Denn während die Aussichtsplattform oft stark frequentiert wirkt und mitunter an eine touristische Durchgangshalle erinnert, herrscht im Restaurant eine ruhigere Atmosphäre. Gedämpftes Licht, kleine Tischlampen und ein freundliches, unprätentiöses Serviceteam scheinen jedes Fernweh zu stillen - fühlt es sich doch bisschen anders an, als die Welt direkt unter uns.


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Auch beim Dessert darf es ein wenig nostalgisch werden:  Ein Banana Split mit marinierten Bananen, Vanilleeis, Schokoladensauce und Mandelknusper erinnert an das, was es kaum noch gibt in den Städten: Klasische Eisdielen. Der Eisbecher mit den Mandeln wird wohl alleine schon Grund genug sein, um nochmals wieder zu kommen.


Oder doch lieber für eine Eis der Berliner Marke Florida Eis? Die Sonderedition „The Not Spaghetti Spaghettieis“ kombiniert Vanilleeis, Erdbeersauce mit Aceto Balsamico und weiße Caramel Chocs und wird im typischen Florida-Eis-Pappbecher serviert. 

Wer sich während des Essens orientieren möchte, kann zusätzlich die kostenlose Magnicity-App nutzen. Die Anwendung arbeitet mit Augmented Reality und blendet beim Blick aus dem Fenster Informationen zu Gebäuden, Straßen und Sehenswürdigkeiten der Stadt ein. Gerade für Besucher, die Berlin von oben neu entdecken, bietet das eine zusätzliche Perspektive.


Der Fernsehturm ist übrigens an 363 Tagen im Jahr geöffnet. Die Besuchszeiten liegen in der Regel zwischen 10 und 23 Uhr.


Besonderes Restaurant in Berlin gesucht und gefunden / Foto: Jana Kaminski 


Fazit: Ein Perspektivwechsel über Berlin


Das Sphere Restaurant im Fernsehturm ist weniger ein Ort für kulinarische Experimente als für einen Perspektivwechsel. Der eigentliche Luxus liegt im Kontrast: Wenn Berlin bei Einbruch der Dunkelheit zu leuchten beginnt und sich der Raum langsam weiterdreht, entsteht ein Moment, der das Bild vom Alex auf weiter Distanz hält.

Gerade deshalb eignet sich der Besuch für besondere Anlässe: Ein Date mit Aussicht, ein Geburtstag, ein Abend mit Gästen oder auch ein ruhiges Dinner allein. Der Dresscode bleibt entspannt, das Publikum gemischt, die Atmosphäre gediegen locker.  Der Fernsehturm gehört zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands. Dennoch waren viele Berliner seit Jahren nicht mehr oben. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine Perspektive auf die eigene Stadt, die sonst vor allem Touristen erleben.  


Tickets sind ab 28,50 EUR zu reservieren: https://tv-turm.de/sphere-tim-raue/tickets/




Berlin besitzt viele Restaurants mit Aussicht. Doch nur wenige Orte verbinden Architekturgeschichte, Panorama und Gastronomie so direkt wie der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz. Wer nach besonderen Restaurants in Berlin sucht oder ein Dinner mit Aussicht über der Stadt erleben möchte, landet früher oder später beim Sphere Restaurant by Tim Raue. Das rotierende Restaurant gehört zu den ungewöhnlichsten Restaurant-Locations in Berlin. Für Besucher der Stadt ebenso wie für Berliner, die ihre eigene Stadt einmal aus 207 Metern Höhe neu entdecken möchten.

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